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Schlaganfall: Nachsorge und Vorbeugung beim Neurologen in Mannheim
Privatpraxis von Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für Neurologie
Nach einem Schlaganfall oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung (TIA) geht es darum, das Risiko eines weiteren Schlaganfalls zu senken. Wir klären offene Fragen zur Ursache, behandeln Risikofaktoren, kontrollieren die hirnversorgenden Gefäße mit Duplex-Ultraschall direkt in der Praxis und kümmern uns um Folgebeschwerden. Für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler, ohne Überweisung.
Kann ein Arm nicht gehoben werden oder sinkt er ab?
S – Speech (Sprache)
Ist die Sprache verwaschen oder werden Worte nicht gefunden oder verstanden?
T – Time (Zeit)
Wählen Sie sofort den Notruf 112 und merken Sie sich die Uhrzeit.
Auch plötzliche Sehstörungen, Doppelbilder, heftiger Drehschwindel mit Gangunsicherheit oder schlagartig einsetzende stärkste Kopfschmerzen können auf einen Schlaganfall hinweisen. Das gilt auch, wenn die Beschwerden nach wenigen Minuten wieder verschwinden: Eine TIA ist ein Warnsignal und gehört sofort in eine Klinik mit Schlaganfalleinheit (Stroke Unit). Unsere Praxis übernimmt die Betreuung danach.
Kurz erklärt
Was ist ein Schlaganfall?
Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend durchblutet. Meist verschließt ein Blutgerinnsel ein Gefäß (ischämischer Schlaganfall), seltener reißt ein Gefäß und es blutet ins Gehirn (Hirnblutung). Bilden sich die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit vollständig zurück und zeigt die Bildgebung keinen bleibenden Schaden, sprechen Neurologen von einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA), umgangssprachlich Mini-Schlaganfall.
Nachsorge
Was gehört zur Nachsorge nach einem Schlaganfall?
Nach der Entlassung aus der Klinik ist das Risiko für einen weiteren Schlaganfall erhöht, besonders in den ersten Monaten. Die Nachsorge hat deshalb fünf Bausteine.
BausteinWas dazugehört
Ursache klären
Wir sehen die Klinikbefunde durch und prüfen, ob die Ursache geklärt ist, etwa eine Verengung der Halsschlagader, ein Herzleiden oder Vorhofflimmern; fehlende Untersuchungen veranlassen wir gezielt.
Risikofaktoren behandeln
Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, Rauchen, Bewegung und Gewicht: Wir legen mit Ihnen Ziele fest und stimmen die Behandlung mit Ihrer Hausarzt- oder Kardiologiepraxis ab.
Medikamente überprüfen
Nach einem Hirninfarkt werden in der Regel Medikamente eingesetzt, die das Verklumpen der Blutplättchen hemmen, bei Vorhofflimmern stattdessen gerinnungshemmende Medikamente, dazu meist ein Cholesterinsenker. Wir prüfen Wirkung, Verträglichkeit und Wechselwirkungen.
Gefäße kontrollieren
Je nach individuellem Risikoprofil ist eine regelmäßige, etwa jährliche Duplex-Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße sinnvoll. Wir führen sie direkt in der Praxis durch (Ultraschall der Halsschlagader).
Folgebeschwerden behandeln
Lähmungen, Sprach- oder Gefühlsstörungen, Gedächtnisprobleme, Erschöpfung oder Stimmungstiefs berücksichtigen wir bei jeder Verlaufskontrolle.
Ablauf
Wie läuft ein Nachsorge-Termin ab?
Schritt 1
Unterlagen mitbringen.
Entlassbrief der Klinik, Befunde von CT oder MRT, Ultraschall- und Herzbefunde, Ihren aktuellen Medikamentenplan und, wenn vorhanden, Ihre Blutdruckwerte der letzten Wochen.
Schritt 2
Gespräch.
Wie geht es Ihnen seit der Entlassung, welche Beschwerden sind geblieben, wie kommen Sie mit den Medikamenten zurecht? Angehörige sind willkommen.
Schritt 3
Neurologische Untersuchung.
Kraft, Gefühl, Sprache, Sehen, Koordination und Gang, im Vergleich zum Befund bei der Entlassung.
Schritt 4
Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße.
Wenn es Ihr Risikoprofil erfordert, untersuchen wir die Halsschlagadern direkt im selben Termin.
Schritt 5
Plan.
Wir besprechen Zielwerte, Medikamente, Therapien wie Physio-, Ergo- oder Logotherapie und den Abstand der nächsten Kontrollen und stimmen uns, wenn nötig, mit den anderen behandelnden Praxen ab.
Welche Folgen bleiben, hängt davon ab, welcher Teil des Gehirns betroffen war. Viele bessern sich in den ersten Monaten, manche treten auch erst später auf.
FolgebeschwerdeWas wir tun
Lähmung und Spastik
Physio- und Ergotherapie; bei einer störenden Muskelsteifigkeit (Spastik) kommen gezielte Injektionen in die betroffenen Muskeln in Betracht.
Sprach- und Schluckstörungen
Logopädische Therapie; Schluckstörungen sollten untersucht werden, weil sie zu Lungenentzündungen führen können.
Eine Depression nach einem Schlaganfall ist häufig und behandelbar; sprechen Sie Stimmungstiefs offen an.
Erschöpfung (Fatigue)
Einordnung, Anpassung von Belastung und Tagesstruktur
Epileptische Anfälle
Narben im Gehirn können Wochen bis Jahre später Anfälle auslösen (Epilepsie).
Schmerzen
etwa Schulterschmerzen auf der gelähmten Seite oder Nervenschmerzen; gezielte Behandlung
Vorbeugung
Schlaganfall vorbeugen: Was zählt?
Ob vor einem ersten oder nach einem Schlaganfall: Die meisten Schlaganfälle hängen mit beeinflussbaren Risikofaktoren zusammen. Am wichtigsten ist ein gut eingestellter Blutdruck. Nach einem Schlaganfall nennt die Leitlinie konkrete Ziele, die wir individuell mit Ihnen anpassen:
RisikofaktorZiel nach einem Hirninfarkt (Leitlinie, individuell angepasst)
Blutdruck
langfristig unter 140/90 mmHg; wenn gut vertragen, systolisch 120 bis 130 mmHg
LDL-Cholesterin
unter 70 mg/dl oder Senkung um mehr als die Hälfte des Ausgangswerts
Rauchen
vollständig aufhören
Bewegung
regelmäßig, angepasst an Ihre Möglichkeiten
Vorhofflimmern
erkennen und gerinnungshemmend behandeln
Ist bei Ihnen eine Verengung der Halsschlagader bekannt oder haben Sie mehrere Risikofaktoren, kann eine Ultraschallkontrolle der Halsschlagader sinnvoll sein. Einen Ultraschall als allgemeine Vorsorge ohne Risikofaktoren empfehlen die Leitlinien dagegen nicht.
Das hängt davon ab, welche Beschwerden geblieben sind, etwa Lähmungen, Sehstörungen oder Konzentrationsprobleme, und wie hoch das Risiko eines weiteren Ereignisses ist. Maßgeblich sind die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung; für Lkw und Fahrgastbeförderung gelten strengere Regeln. Setzen Sie sich nicht ans Steuer, bevor das ärztlich besprochen ist; wir beurteilen Ihre Situation gemeinsam mit Ihnen.
Rehabilitation und Therapien
Die Rehabilitation beginnt meist schon in der Klinik und wird oft in einer Reha-Einrichtung fortgesetzt. Danach geht es ambulant weiter, mit Physio-, Ergo- oder Logotherapie. Wir verordnen die nötigen Therapien und prüfen in den Verlaufskontrollen, ob sie weiterhin passen.
Arzt
Ihr Arzt: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel
Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel ist Facharzt für Neurologie und seit 2005 neurologisch tätig. Als Oberarzt an der Gülhane Militärmedizinischen Akademie in Ankara betreute er Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall ambulant und stationär. Als Mitautor veröffentlichte er unter anderem zu Blutungen im Thalamus, zu Durchblutungsstörungen des Kleinhirns und zur Gefäßreaktion des Gehirns bei Schlafapnoe. Das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.
Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), und zwar nach den Leistungen, die tatsächlich erbracht werden – etwa Beratung, Untersuchung und Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße. Einen Pauschalpreis gibt es deshalb nicht.
Veranlasste Untersuchungen wie MRT, Langzeit-EKG oder Labor rechnen die durchführenden Stellen gesondert ab.
Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten die Kosten je nach Tarif beziehungsweise Beihilfevorschrift.
Selbstzahler erhalten vorab eine schriftliche Information über die voraussichtlichen Kosten.
Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich.
Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems; je nach Verlauf können ganz unterschiedliche neurologische Beschwerden auftreten. Wir bieten eine individuelle neurologische Untersuchung, regelmäßige Verlaufskontrollen sowie eine individuell abgestimmte Therapie und Therapiebegleitung.
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Eine sorgfältige Anamnese und neurologische Untersuchung sind entscheidend für eine gezielte Diagnostik und Therapie. Je nach Krankheitsverlauf sind regelmäßige EEG-Untersuchungen erforderlich, um die elektrische Aktivität des Gehirns zu beurteilen und die Therapie entsprechend anzupassen. Wir bieten individuelle Verlaufskontrollen und medikamentöse Therapiekonzepte.
Mehr erfahren
Häufige Fragen zur Schlaganfall-Nachsorge
Was ist ein Mini-Schlaganfall?
Umgangssprachlich ist damit eine TIA gemeint: Schlaganfall-Beschwerden, die sich innerhalb kurzer Zeit vollständig zurückbilden. Eine TIA ist ein Notfall, denn in den Tagen danach ist das Risiko für einen Schlaganfall deutlich erhöht. Wählen Sie den Notruf 112, auch wenn es Ihnen wieder gut geht.
Wie oft sollte die Halsschlagader nach einem Schlaganfall kontrolliert werden?
Das hängt vom Befund und vom Risikoprofil ab. Bei einer bekannten Verengung oder mehreren Risikofaktoren ist oft eine Kontrolle etwa einmal im Jahr sinnvoll, bei einer fortschreitenden Verengung auch häufiger. Den Abstand legen wir nach jedem Befund neu fest.
Muss ich Blutverdünner dauerhaft nehmen?
Nach einem Hirninfarkt in der Regel ja, denn sie senken das Risiko eines weiteren Schlaganfalls. Welches Medikament passt, hängt von der Ursache ab. Setzen Sie es nie eigenständig ab, auch nicht vor Eingriffen beim Zahnarzt, sondern sprechen Sie das vorher mit uns oder der verordnenden Praxis ab.
Wann darf ich nach einem Schlaganfall wieder Auto fahren?
Eine feste Frist für alle gibt es nicht. Entscheidend sind die verbliebenen Beschwerden und das Risiko eines weiteren Ereignisses; maßgeblich sind die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung. Klären Sie das vor der ersten Fahrt ärztlich.
Was darf ich nach einem Schlaganfall nicht mehr machen?
Verboten ist wenig. Wichtig ist, nicht zu rauchen, Alkohol nur in geringen Mengen zu trinken und die Medikamente regelmäßig zu nehmen. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht. Bei Sport, Reisen oder Arbeit kommt es auf Ihre Beschwerden an; das besprechen wir individuell.
Kann sich nach Monaten noch etwas bessern?
Ja. Die größten Fortschritte gibt es meist in den ersten Monaten, doch mit gezielter Therapie sind Verbesserungen auch danach möglich. Wie viel sich zurückbildet, ist sehr unterschiedlich.
Termin zur Schlaganfall-Nachsorge
Vereinbaren Sie einen Termin telefonisch oder per E-Mail, eine Überweisung brauchen Sie nicht. Angehörige können Sie gern begleiten. Patientinnen und Patienten aus Mannheim und der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar sind willkommen; das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.
MY Neurologie – Privatpraxis für Neurologie Niederfeldstraße 45, 68199 Mannheim Telefon: 0621 817191
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke, Teil 1. S2k-Leitlinie, 2022. AWMF-Registernummer 030-133.
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke, Teil 2. S2k-Leitlinie, 2022. AWMF-Registernummer 030-143.
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) u. a.: Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose. S3-Leitlinie, 2020. AWMF-Registernummer 004-028.
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt): Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung.
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Informationen für Betroffene und Angehörige.
Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung. Bei Anzeichen eines Schlaganfalls wählen Sie sofort den Notruf 112.
Medizinisch verantwortlich: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für NeurologieLetzte Aktualisierung: