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Morbus Parkinson: Diagnose und Behandlung in Mannheim

Privatpraxis von Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für Neurologie mit Forschung zur Neurophysiologie der Parkinson-Krankheit

Werden Bewegungen langsamer, zittert eine Hand in Ruhe oder fühlen sich die Muskeln steifer an, klärt die neurologische Untersuchung, ob eine Parkinson-Krankheit dahintersteckt. Bestätigt sich der Verdacht, begleiten wir Sie langfristig mit einer Therapie, die an Ihren Alltag und den Verlauf angepasst wird. Für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler, ohne Überweisung.

  • seit2005

    in der Neurologie tätig, in der Türkei und in Deutschland

  • rund40

    Fachpublikationen, u. a. in Movement Disorders und Clinical Neurophysiology

  • 3

    Untersuchungs­verfahren direkt vor Ort: EMG, NLG und Ultraschall

  • 2

    Sprachen in der Sprechstunde: Deutsch und Türkisch

Prüfung der Muskelspannung am Handgelenk bei Verdacht auf Parkinson

Kurz erklärt

Was ist Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der Nervenzellen zugrunde gehen, die den Botenstoff Dopamin bilden. Die Diagnose wird durch die neurologische Untersuchung gestellt: Hauptmerkmal ist eine Verlangsamung der Bewegungen, hinzu kommen ein Zittern in Ruhe, eine erhöhte Muskelspannung oder beides, ohne Hinweise auf eine andere Ursache. Medikamente gleichen den Dopaminmangel aus, können das Fortschreiten aber nicht aufhalten.

Anzeichen

Welche Anzeichen können auf Parkinson hinweisen?

Die Beschwerden beginnen meist schleichend und oft auf einer Körperseite.

Bewegung

  • Bewegungen werden langsamer und kleiner, etwa die Handschrift

  • Ein Arm schwingt beim Gehen weniger mit

  • Zittern einer Hand in Ruhe, das bei Bewegung oft nachlässt

  • Muskeln fühlen sich steif an; die Mimik wird ärmer, die Stimme leiser

Nicht jedes Zittern ist Parkinson – mehr unter Tremor

Frühe, unspezifische Zeichen

  • Nachlassender Geruchssinn

  • Ausagieren von Träumen im Schlaf (REM-Schlaf-Verhaltensstörung)

  • Anhaltende Verstopfung

  • Niedergeschlagenheit oder Stimmungsschwankungen

Diese frühen Zeichen können den typischen Bewegungsstörungen um Jahre vorausgehen, sind für sich allein aber nicht spezifisch. Sie sind ein Grund für eine Abklärung, kein Beweis.

Diagnose

Wie wird Parkinson diagnostiziert?

Parkinson wird durch die neurologische Untersuchung diagnostiziert. Maßgeblich sind die Kriterien der International Parkinson and Movement Disorder Society (MDS): eine Verlangsamung der Bewegungen zusammen mit einem Zittern in Ruhe, einer erhöhten Muskelspannung oder beidem, ohne Merkmale, die eher für eine andere Erkrankung sprechen. Zusatzuntersuchungen dienen vor allem dazu, andere Ursachen auszuschließen und die Diagnose in unklaren Fällen abzusichern.

UntersuchungWozuWo
Neurologische UntersuchungPrüfung von Bewegungstempo, Muskelspannung, Zittern, Gang und GleichgewichtIn der Praxis
MRT des Kopfessoll früh erfolgen, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließenPer Überweisung
L-Dopa-Testin unklaren Fällen: eine deutliche Besserung nach einer Testdosis stützt die Diagnosenach Absprache
DAT-SPECTnuklearmedizinische Untersuchung bei unklarem Befund, etwa zur Abgrenzung von einem essentiellen TremorPer Überweisung
Riechtesteine Riechstörung stützt die Diagnosenach Absprache
Genetische Untersuchungauf Wunsch bei Beginn vor dem 50. Lebensjahr oder mehreren erkrankten nahen Verwandten; mit ärztlicher Aufklärung vorab und genetischer Beratung zum ErgebnisPer Überweisung

Nervenmessung, EMG und Ultraschall der Halsschlagader, die wir in der Praxis anbieten, sind keine Parkinson-Tests. Nervenmessung und EMG kommen zum Einsatz, wenn zusätzliche Beschwerden wie Kribbeln, Taubheit oder Muskelschwäche abgeklärt werden sollen, der Ultraschall bei Fragen zu den Halsgefäßen.

Froment-Manöver

Warum wir Sie bei der Untersuchung die andere Hand bewegen lassen

Eine erhöhte Muskelspannung, der sogenannte Rigor, gehört zu den Hauptzeichen der Parkinson-Krankheit. Ist sie nur leicht ausgeprägt, lässt sie sich beim passiven Bewegen von Handgelenk oder Ellenbogen kaum spüren. Deshalb bitten wir Sie während der Untersuchung, mit der anderen Hand zum Beispiel wiederholt eine Faust zu machen. Durch dieses Froment-Manöver tritt eine leichte Steifigkeit deutlicher hervor.

Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel hat am Universitätsklinikum Würzburg untersucht, warum dieses seit rund hundert Jahren genutzte Manöver wirkt. In der 2025 in der Fachzeitschrift Movement Disorders veröffentlichten Studie zeigten Messungen mit Magnetstimulation, dass bei Menschen mit Parkinson während der Bewegung der Gegenseite die hemmenden Signale in der motorischen Hirnrinde deutlich nachlassen. Diese nachlassende Hemmung ist nach Einschätzung der Autoren die wahrscheinlichste Erklärung dafür, dass die Steifigkeit beim Froment-Manöver zunimmt.

Nicht zu verwechseln mit dem Froment-Zeichen, einem Test bei einer Schädigung des Ellennervs.

Zur Veröffentlichung (PubMed)

Ablauf

So läuft Ihr Termin ab

  1. Schritt 1

    Unterlagen mitbringen.

    Hilfreich sind Arztbriefe, Vorbefunde und MRT-Aufnahmen sowie ein aktueller Medikamentenplan. Ist die Parkinson-Krankheit bereits bekannt, bringen Sie, wenn möglich, Notizen dazu mit, wann die Medikamente wirken und wann nicht. Angehörige sind willkommen.

  2. Schritt 2

    Ausführliches Gespräch.

    Wir fragen nach dem Beginn der Beschwerden, nach frühen Zeichen wie Riechstörung oder unruhigem Schlaf und nach allen Medikamenten, denn einige Medikamente können parkinsonähnliche Beschwerden auslösen.

  3. Schritt 3

    Neurologische Untersuchung.

    Wir prüfen das Bewegungstempo, zum Beispiel beim Tippen mit den Fingern, die Muskelspannung mit dem Froment-Manöver, ein mögliches Zittern sowie Gang und Gleichgewicht.

  4. Schritt 4

    Zusatzuntersuchungen, wenn nötig.

    Eine MRT des Kopfes und in unklaren Fällen eine DAT-SPECT veranlassen wir in einer radiologischen beziehungsweise nuklearmedizinischen Praxis.

  5. Schritt 5

    Befundgespräch und Therapieplan.

    Wir erklären Ihnen den Befund und legen gemeinsam fest, ob und wie die Behandlung beginnt, einschließlich Physio-, Ergotherapie oder Logopädie. Die Abstände der Verlaufskontrollen richten sich nach Ihrem Bedarf.

Behandlung

Wie wird Parkinson behandelt?

Medikamente

Ziel der Behandlung ist, Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alltag zu erhalten. Eingesetzt werden vor allem Levodopa (L-Dopa), Dopaminagonisten und MAO-B-Hemmer, im Verlauf auch weitere Wirkstoffgruppen. Die Leitlinie empfiehlt, rechtzeitig, altersgerecht und effizient zu behandeln; welcher Wirkstoff passt, hängt von Alter, Beschwerden, Begleiterkrankungen und Ihren Prioritäten im Alltag ab. Meist beginnt die Behandlung mit einem einzelnen Medikament.

Aktivierende Therapien

  • Physiotherapie für Beweglichkeit, Gang und Gleichgewicht

  • Ergotherapie, wenn Tätigkeiten im Alltag schwerer fallen

  • Logopädie bei leiser oder undeutlicher Sprache und bei Schluckbeschwerden

Fortgeschrittene Therapien

Lassen sich Wirkschwankungen mit Tabletten nicht mehr ausreichend ausgleichen, kommen die tiefe Hirnstimulation oder eine Medikamentenpumpe infrage; bei einem starken Zittern, das auf Medikamente kaum anspricht, vor allem die tiefe Hirnstimulation. Ob und wann das sinnvoll ist, prüfen wir mit Ihnen und überweisen dann an ein spezialisiertes Zentrum.

Verlaufskontrolle

Warum regelmäßige Verlaufs­kontrollen wichtig sind

Parkinson verändert sich über die Jahre, und die Behandlung wird mitverändert. Bei den Kontrollen achten wir besonders auf:

  • Wirkschwankungen: Die Wirkung einer Dosis hält kürzer an, oder es treten Phasen schlechter Beweglichkeit auf

  • Überbewegungen (Dyskinesien) als Folge der Medikamente

  • Beschwerden jenseits der Bewegung, etwa Schlafstörungen, Verstopfung, Blasenprobleme, Schwindel beim Aufstehen, Stimmung und Gedächtnis

  • Nebenwirkungen: Unter Dopaminagonisten können Impulskontrollstörungen auftreten, etwa Kauf- oder Spielsucht; darüber klären wir vor Beginn auf

  • Tagesmüdigkeit und plötzliches Einschlafen; bei solchen Einschlafattacken darf man nicht Auto fahren

  • den richtigen Zeitpunkt, fortgeschrittene Therapien oder zusätzliche Heilmittel zu prüfen

Angehörige bemerken Veränderungen oft zuerst und sind bei den Terminen willkommen, wenn Sie das möchten. Bei Bedarf stimmen wir uns mit Ihrer Hausarztpraxis, Ihren Therapeutinnen und Therapeuten und spezialisierten Zentren ab.

Arzt

Ihr Arzt: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel

Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel ist Facharzt für Neurologie und seit 2005 neurologisch tätig. Als Oberarzt an der Gülhane Militärmedizinischen Akademie in Ankara betreute er Menschen mit Parkinson ambulant und stationär. Von 2021 bis 2024 forschte er in der Neurologie des Universitätsklinikums Würzburg zur Neurophysiologie der Parkinson-Krankheit; daraus entstand seine Promotion. Bereits 2010 wurde seine Arbeit zu Spiegelbewegungen bei Parkinson auf einem nationalen Fachkongress für klinische Neurophysiologie in der Türkei ausgezeichnet. Das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.

Werdegang und Publikationen

Kosten

Was kostet die Behandlung in der Privatpraxis?

Kosten und Erstattung

  • Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), und zwar nach den Leistungen, die tatsächlich erbracht werden – etwa Beratung, Untersuchung und Verlaufskontrollen. Einen Pauschalpreis gibt es deshalb nicht.

  • Bildgebung wie MRT oder DAT-SPECT sowie Physio-, Ergotherapie und Logopädie werden von den durchführenden Praxen gesondert abgerechnet.

  • Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten die Kosten je nach Tarif beziehungsweise Beihilfevorschrift.

  • Selbstzahler erhalten vorab eine schriftliche Information über die voraussichtlichen Kosten.

Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich.

Leistungen

Bewegungs­störungen und Gedächtnis

Alle Leistungen

Tremor (Zittern)

Wir klären, welche Form von Zittern vorliegt, etwa ein essentieller Tremor, ein Zittern bei Parkinson oder ein Zittern durch Medikamente oder die Schilddrüse, und ob eine Behandlung nötig ist.

Gedächtnis und Demenz

In der Gedächtnissprechstunde suchen wir nach behandelbaren Ursachen und ordnen eine mögliche Demenz früh ein. Gespräch und Tests sind auf Deutsch und auf Türkisch möglich, Angehörige sind willkommen.

Häufige Fragen zu Parkinson

Gibt es einen Test, der Parkinson sicher nachweist?

Nein. Einen einzelnen Blut- oder Bildtest, der Parkinson sicher beweist, gibt es nicht. Die Diagnose stützt sich auf die neurologische Untersuchung nach festgelegten Kriterien. Eine MRT hilft, andere Ursachen auszuschließen, eine DAT-SPECT kann in unklaren Fällen die Diagnose stützen. Online-Selbsttests können auf Anzeichen aufmerksam machen, ersetzen aber keine Untersuchung.

Welcher Arzt stellt die Diagnose Parkinson?

Die Diagnose stellt in der Regel eine Fachärztin oder ein Facharzt für Neurologie. Häufig ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle und überweist bei Verdacht zur neurologischen Abklärung. In unserer Privatpraxis können Sie direkt einen Termin vereinbaren, ohne Überweisung.

Ist Zittern immer ein Zeichen für Parkinson?

Nein. Zittern hat viele Ursachen, und eine der häufigsten Formen, der essentielle Tremor, ist keine Parkinson-Krankheit. Typisch für Parkinson ist ein Zittern in Ruhe, das bei Bewegung nachlässt, zusammen mit einer Verlangsamung der Bewegungen. Umgekehrt haben nicht alle Menschen mit Parkinson ein Zittern.

Ist Parkinson vererbbar?

Parkinson tritt meist ohne eindeutige erbliche Ursache auf. Bei einem Beginn vor dem 50. Lebensjahr oder wenn mehrere nahe Verwandte betroffen sind, soll laut Leitlinie auf Wunsch eine genetische Untersuchung angeboten werden. Vorher werden Sie ausführlich aufgeklärt, nach dem Ergebnis wird eine genetische Beratung empfohlen.

Wie schnell schreitet Parkinson fort?

Parkinson schreitet meist langsam fort, und der Verlauf ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Wirkschwankungen der Medikamente können sich nach einigen Jahren zeigen; weitere Spätkomplikationen wie Gleichgewichts- oder Schluckstörungen treten laut Patientenleitlinie meist erst nach etwa zehn bis 15 Jahren auf. Regelmäßige Kontrollen helfen, die Behandlung rechtzeitig an Veränderungen anzupassen.

Kann ich eine zweite Meinung zu meiner Diagnose oder Therapie einholen?

Ja. Bringen Sie dazu Ihre Arztbriefe, Befunde, MRT-Aufnahmen und Ihren aktuellen Medikamentenplan mit. Wir untersuchen Sie selbst, besprechen die bisherige Diagnose und Behandlung und sagen Ihnen offen, ob wir etwas anders einschätzen.

Termin in der Praxis

Sie haben Anzeichen bemerkt, die Sie abklären lassen möchten, oder suchen eine langfristige neurologische Begleitung bei bekannter Parkinson-Krankheit? Vereinbaren Sie einen Termin telefonisch oder per E-Mail, ohne Überweisung. Das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.

MY Neurologie – Privatpraxis für Neurologie
Niederfeldstraße 45, 68199 Mannheim
Telefon: 0621 817191

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Parkinson-Krankheit. S2k-Leitlinie, 2023. AWMF-Registernummer 030-010.
  2. Deutsche Hirnstiftung, DGN, Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG): Leitlinie Parkinson-Krankheit für Patientinnen und Patienten im Erwachsenenalter, 1. Auflage, 2025.
  3. Postuma R. B. et al.: MDS clinical diagnostic criteria for Parkinson's disease. Movement Disorders, 2015.
  4. Yücel M., Odorfer T., Volkmann J., Zeller D.: Revisiting Coactivation („Froment's Maneuver“) in Parkinson's Disease: A Physiological Approach. Movement Disorders 2025; 40(7): 1427–1432. doi:10.1002/mds.30226
  5. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Parkinson. gesundheitsinformation.de

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung. Ob eine Behandlung für Sie geeignet ist, wird individuell im persönlichen Gespräch beurteilt.

Medizinisch verantwortlich: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für NeurologieLetzte Aktualisierung: 28.09.2026