
Karpaltunnelsyndrom
Die Nervenmessung zeigt, ob und wie stark die Funktion des Mittelnervs am Handgelenk beeinträchtigt ist. Danach beraten wir Sie, ob eine Schiene genügt oder eine Operation sinnvoll ist.
PraxisNiederfeldstraße 45, 68199 Mannheim Terminenach Vereinbarung
Privatpraxis von Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für Neurologie mit langjähriger Erfahrung in der Neurophysiologie
Kribbeln, Taubheit oder Brennen in den Füßen, später oft auch in den Händen: Dahinter steckt häufig eine Polyneuropathie. Mit Nervenmessung und gezielten Blutuntersuchungen klären wir, ob die Nerven geschädigt sind, und suchen nach der Ursache, denn nach ihr richtet sich die Behandlung. Für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler, ohne Überweisung.
in der Neurologie tätig, in der Türkei und in Deutschland
Fachpublikationen, u. a. in Movement Disorders und Clinical Neurophysiology
Untersuchungsverfahren direkt vor Ort: EMG, NLG und Ultraschall
Sprachen in der Sprechstunde: Deutsch und Türkisch

Kurz erklärt
Eine Polyneuropathie ist eine Erkrankung vieler peripherer Nerven gleichzeitig. Meist beginnt sie an den Füßen mit Kribbeln, Taubheit oder Brennen und breitet sich langsam nach oben aus. Häufigste Ursachen sind Diabetes und Alkohol, es gibt aber viele weitere. Die Diagnose stützt sich auf die neurologische Untersuchung, die Nervenmessung und Blutuntersuchungen; die Behandlung richtet sich nach der Ursache.
Beschwerden
Die Beschwerden beginnen meist symmetrisch an beiden Füßen und können später auch die Hände erreichen – verteilt wie Socken und Handschuhe.
Kribbeln oder Ameisenlaufen
Taubheit, als liefe man auf Watte
Brennen oder stechende Schmerzen, oft nachts
Unsicherheit beim Gehen, besonders im Dunkeln
Muskelschwäche oder Krämpfe in Füßen und Unterschenkeln
Kleine Verletzungen an den Füßen werden kaum bemerkt
Sind die Nerven betroffen, die innere Organe steuern, kommen mitunter Schwindel beim Aufstehen, Verdauungs-, Blasen- oder Sexualfunktionsstörungen hinzu.
Ursachen
Diabetes und ein langjährig erhöhter Alkoholkonsum sind die häufigsten Ursachen. Daneben kommen unter anderem infrage:
Vitamin-B12-Mangel
Schilddrüsenerkrankungen
Nieren- und Lebererkrankungen
Nebenwirkungen von Medikamenten, etwa bestimmter Chemotherapien
entzündliche, vom Immunsystem ausgelöste Formen wie die CIDP
Veränderungen von Eiweißen im Blut
Gefäßentzündungen (Vaskulitis)
erbliche Formen
Auch nach gründlicher Abklärung bleibt die Ursache bei etwa einem Viertel der Betroffenen zunächst unklar. Dann sind Verlaufskontrollen wichtig, und bei bestimmten Hinweisen folgen weitere Untersuchungen.
Wann zum Arzt
Ein Termin in der neurologischen Praxis ist sinnvoll bei …
anhaltendem Kribbeln, Taubheit oder Brennen in Füßen oder Händen
Schmerzen in den Füßen, besonders nachts
zunehmender Unsicherheit beim Gehen
bekanntem Diabetes und neu aufgetretenen Beschwerden an den Füßen
Beschwerden, die innerhalb von Wochen deutlich zunehmen
Ausfälle, die ungleich verteilt sind oder nur einzelne Nerven betreffen
deutliche Muskelschwäche, auch an Oberschenkeln oder Armen
zusätzlich Gewichtsverlust oder Nachtschweiß
neue Beschwerden nach einer Chemotherapie oder einer Immuntherapie gegen Krebs
Ablauf

Schritt 1
Hilfreich sind Vorbefunde und aktuelle Blutwerte, etwa Langzeitblutzucker (HbA1c) und Vitamin B12, sowie eine Liste aller Medikamente, auch früherer Chemotherapien.
Schritt 2
Wir fragen, wann und wo die Beschwerden begonnen haben und wie sie sich entwickeln, nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Alkoholkonsum und nach ähnlichen Beschwerden oder Fußfehlstellungen in der Familie.
Schritt 3
Wir prüfen das Vibrationsempfinden mit der Stimmgabel, Berührungs-, Temperatur- und Schmerzempfinden, die Reflexe, besonders an der Achillessehne, die Kraft sowie Stand und Gang.
Schritt 4
Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit zeigt, ob und welche Nerven geschädigt sind und ob eher die Nervenfaser selbst oder ihre Isolierschicht betroffen ist. Das EMG ergänzt die Messung, wenn auch die Muskulatur beurteilt werden soll.
Schritt 5
Die Leitlinie empfiehlt eine Basisuntersuchung mit Blutbild, Entzündungswerten, Blutsalzen (Elektrolyten), Leber- und Nierenwerten, Schilddrüse, Langzeitblutzucker, Vitamin B12 und einer Untersuchung auf veränderte Eiweiße in Blut und Urin. Je nach Befund folgen gezielte weitere Werte.
Schritt 6
Wir erklären Ihnen, ob eine Polyneuropathie vorliegt, welche Form und welche Ursache wahrscheinlich ist, und legen die nächsten Schritte fest. Bleibt die Ursache unklar, veranlassen wir weitere Untersuchungen in spezialisierten Zentren und planen Verlaufskontrollen.
Small-Fiber und Diagnostik
Eine unauffällige Nervenmessung schließt eine Nervenschädigung nicht aus, besonders bei brennenden Schmerzen in den Füßen. Bei einer Small-Fiber-Neuropathie sind die dünnen Nervenfasern für Schmerz- und Temperaturempfinden betroffen, und diese erfasst die herkömmliche Nervenmessung nicht. Gesichert wird die Diagnose vor allem mit einer Hautbiopsie, bei der die feinen Nervenfasern in der Haut ausgezählt werden; ergänzend helfen spezielle Tests des Temperatur- und Schmerzempfindens (QST). Beide Untersuchungen erfolgen in spezialisierten Zentren.
Eine Studie, an der Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel als Mitautor beteiligt war, untersuchte Menschen mit Typ-2-Diabetes und Small-Fiber-Neuropathie: Obwohl ihre Nervenleitmessung unauffällig war, zeigte eine ergänzende Reflexmessung, die kutane Silent Period, an den Beinen messbare Veränderungen. Die kutane Silent Period ist allerdings keine Standarduntersuchung zur Diagnose einer Small-Fiber-Neuropathie und ersetzt Hautbiopsie oder QST nicht.
Gespräch, neurologische Untersuchung, Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, EMG, Befundbesprechung und Verlaufskontrollen
Laboruntersuchungen, Nervenwasseruntersuchung, Hautbiopsie und QST, Nervenultraschall oder MRT, genetische Untersuchung nach Beratung sowie in seltenen Fällen eine Nervenbiopsie in spezialisierten Zentren
Behandlung
Entscheidend ist die Behandlung der Grunderkrankung: eine gute Blutzuckereinstellung bei Diabetes, der Verzicht auf Alkohol, der Ausgleich eines nachgewiesenen Vitaminmangels oder die Überprüfung von Medikamenten. Entzündliche, vom Immunsystem ausgelöste Formen wie die CIDP werden mit Therapien behandelt, die das Immunsystem beeinflussen, etwa mit Kortison oder Immunglobulinen.
Gegen brennende oder stechende Nervenschmerzen wirken klassische Schmerzmittel meist unzureichend. Eingesetzt werden deshalb Medikamente, die die Schmerzverarbeitung beeinflussen, etwa bestimmte Antidepressiva oder Antiepileptika, sowie Pflaster, die direkt an der schmerzenden Stelle wirken. Welche Behandlung passt, besprechen wir anhand Ihrer Beschwerden, Begleiterkrankungen und möglicher Nebenwirkungen.
Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich auf Druckstellen und kleine Wunden.
Tragen Sie bequeme Schuhe, die nicht drücken.
Nutzen Sie medizinische Fußpflege (Podologie), besonders bei Diabetes.
Physiotherapie und Gangtraining verbessern Sicherheit und Beweglichkeit.
Vitamine helfen nur, wenn tatsächlich ein Mangel besteht.
Bei Unsicherheit beim Gehen finden Sie weitere Informationen unter Schwindel und Gleichgewichtsstörungen.
Arzt
Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel ist Facharzt für Neurologie und seit 2005 neurologisch tätig, mit langjähriger Erfahrung in der klinischen Neurophysiologie. Mehrere seiner Fachpublikationen befassen sich mit Nervenleitung und Nervenerregbarkeit, unter anderem bei diabetischer Neuropathie; eine Posterarbeit zur kutanen Silent Period bei Typ-2-Diabetes mit Neuropathie, an der er als Mitautor beteiligt war, erhielt 2012 auf dem 28. Nationalen EEG-EMG-Kongress für Klinische Neurophysiologie in Antalya den ersten Posterpreis. Die Ergebnisse der Nervenmessung erklärt er Ihnen verständlich, auf Deutsch oder auf Türkisch.
Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), und zwar nach den Leistungen, die tatsächlich erbracht werden – etwa Beratung, Untersuchung, Nervenmessung und EMG. Einen Pauschalpreis gibt es deshalb nicht.
Laboruntersuchungen und weitere Untersuchungen in anderen Einrichtungen werden dort gesondert abgerechnet.
Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten die Kosten je nach Tarif beziehungsweise Beihilfevorschrift.
Selbstzahler erhalten vorab eine schriftliche Information über die voraussichtlichen Kosten.
Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich.
Leistungen

Die Nervenmessung zeigt, ob und wie stark die Funktion des Mittelnervs am Handgelenk beeinträchtigt ist. Danach beraten wir Sie, ob eine Schiene genügt oder eine Operation sinnvoll ist.
Mehr erfahren
Untersuchung, Blutwerte, EMG und Nervenmessung zeigen, ob eine Schwäche eher vom Muskel oder von den Nerven ausgeht. Für spezielle Untersuchungen überweisen wir gezielt weiter.
Mehr erfahrenErste Anlaufstelle ist oft die Hausarztpraxis. Für die gezielte Abklärung sind Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie zuständig, weil sie die Nerven klinisch untersuchen und mit Nervenmessung und EMG beurteilen können. In unserer Privatpraxis ist dafür keine Überweisung nötig.
Das hängt vor allem von der Ursache ab. Lässt sich die Grunderkrankung behandeln, bessern sich die Beschwerden oft; eine vollständige Heilung gelingt jedoch nur in einem Teil der Fälle. Häufig ist das Ziel, das Fortschreiten zu bremsen und die Beschwerden zu lindern.
Zur Basisuntersuchung gehören Blutbild, Entzündungswerte, Blutsalze (Elektrolyte), Leber- und Nierenwerte, Schilddrüsenwert (TSH), Langzeitblutzucker (HbA1c), Vitamin B12 sowie eine Untersuchung auf veränderte Eiweiße in Blut und Urin. Je nach Befund kommen weitere Werte hinzu.
Ja. Diabetes ist zwar eine häufige Ursache, daneben gibt es aber viele weitere, etwa Alkohol, Vitaminmangel, Schilddrüsen-, Nieren- oder Lebererkrankungen, Medikamente, entzündliche und erbliche Formen. Deshalb gehört zu jeder Abklärung eine gezielte Suche nach der Ursache.
Nur, wenn ein Mangel besteht. Ein nachgewiesener Vitamin-B12-Mangel sollte ausgeglichen werden, weil er selbst eine Polyneuropathie verursachen kann. Ohne Mangel ist ein Nutzen von Vitaminpräparaten nicht belegt; sehr hohe Dosen bestimmter Vitamine können den Nerven sogar schaden.
Beim Karpaltunnelsyndrom ist ein einzelner Nerv am Handgelenk eingeengt; typisch sind nächtlich einschlafende Finger. Bei einer Polyneuropathie sind viele Nerven betroffen, meist zuerst an beiden Füßen. Beides kann gemeinsam vorkommen, etwa bei Diabetes. Neurologische Untersuchung und Nervenmessung helfen, beides voneinander zu unterscheiden. Mehr unter Karpaltunnelsyndrom.
Sie haben Kribbeln, Taubheit oder Brennen in den Füßen oder möchten eine bekannte Polyneuropathie weiter abklären lassen? Vereinbaren Sie einen Termin telefonisch oder per E-Mail, eine Überweisung brauchen Sie nicht. Bringen Sie vorhandene Blutwerte und Befunde mit. Das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.
MY Neurologie – Privatpraxis für NeurologieDie Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung. Ob eine Behandlung für Sie geeignet ist, wird individuell im persönlichen Gespräch beurteilt.
Medizinisch verantwortlich: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für NeurologieLetzte Aktualisierung: 28.09.2026