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Botulinumtoxin bei chronischer Migräne

Vorbeugende Behandlung in der Privatpraxis von Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für Neurologie, in Mannheim

Bei chronischer Migräne ist Botulinumtoxin eine Möglichkeit der Vorbeugung, wenn andere vorbeugende Medikamente nicht ausreichend geholfen haben. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, prüfen wir anhand Ihres Kopfschmerzkalenders und Ihrer bisherigen Therapie. Für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler, ohne Überweisung.

  • seit2005

    in der Neurologie tätig, in der Türkei und in Deutschland

  • rund40

    Fachpublikationen, u. a. in Movement Disorders und Clinical Neurophysiology

  • 3

    Untersuchungs­verfahren direkt vor Ort: EMG, NLG und Ultraschall

  • 2

    Sprachen in der Sprechstunde: Deutsch und Türkisch

Aufklärungsgespräch vor einer Behandlung mit Botulinumtoxin bei chronischer Migräne

Kurz erklärt

Was ist die Behandlung mit Botulinumtoxin bei chronischer Migräne?

Ein Präparat mit Botulinumtoxin Typ A ist in Deutschland zur Behandlung der chronischen Migräne bei Erwachsenen zugelassen. Es wird alle zwölf Wochen nach einem festgelegten Schema, dem PREEMPT-Schema, an 31 bis 39 Stellen in die Muskulatur von Stirn, Schläfen, Hinterkopf, Nacken und Schultern gespritzt. Infrage kommt es, wenn andere vorbeugende Medikamente nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht vertragen wurden.

Auf einen Blick

  • Einsatzgebiet

    chronische Migräne bei Erwachsenen

  • Abstand

    in der Regel alle zwölf Wochen

  • Bewertung

    nach der dritten Behandlung

  • Zugang

    ohne Überweisung, auf Deutsch oder Türkisch

Für wen kommt die Behandlung infrage – und für wen nicht?

Voraussetzungen

  • Sie sind erwachsen.

  • Sie haben seit mehr als drei Monaten an mindestens 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen, davon an mindestens acht Tagen mit Migränemerkmalen. Das ist die Definition der chronischen Migräne.

  • Vorbeugende Medikamente, in der Regel mindestens zwei, haben nicht ausreichend gewirkt oder wurden nicht vertragen.

  • Ihre Kopfschmerztage sind in einem Kopfschmerzkalender dokumentiert.

Ein Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln schließt die Behandlung nicht aus. Nach der Leitlinie kommt die Behandlung auch bei gleichzeitigem Übergebrauch von Akutmedikamenten infrage.

Nicht geeignet oder nicht zugelassen

  • bei episodischer Migräne, also an weniger als 15 Kopfschmerztagen im Monat

  • bei Kopfschmerz vom Spannungstyp und anderen Kopfschmerzformen

  • bei einer Infektion an den vorgesehenen Einstichstellen oder einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile

Bei Erkrankungen der Nerv-Muskel-Übertragung wie einer Myasthenie ist äußerste Vorsicht geboten. In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Behandlung nicht empfohlen; Frauen, die schwanger werden können, sollten während der Behandlung sicher verhüten. Darüber sprechen wir vor der ersten Behandlung ausführlich.

Ablauf

Wie läuft die Behandlung ab?

  1. Schritt 1

    Kopfschmerzkalender und Vorbehandlungen.

    Bringen Sie Ihren Kopfschmerzkalender und eine Übersicht über die bisher eingesetzten vorbeugenden Medikamente mit. Beides ist die Grundlage für die Entscheidung.

  2. Schritt 2

    Gespräch, Untersuchung und Prüfung der Voraussetzungen.

    Wir klären, ob eine chronische Migräne vorliegt, achten auf Hinweise für andere Kopfschmerzursachen und prüfen, ob ein Übergebrauch von Akutmedikamenten besteht.

  3. Schritt 3

    Aufklärung und Entscheidung.

    Sie erfahren, wie die Behandlung abläuft, welche Nebenwirkungen möglich sind und welche Alternativen es gibt. Danach entscheiden Sie.

  4. Schritt 4

    Die Injektionen.

    Mit einer sehr feinen Nadel wird Botulinumtoxin nach dem PREEMPT-Schema an 31 festgelegten Stellen gespritzt: an der Stirn, den Schläfen, am Hinterkopf, im Nacken und im oberen Schulterbereich. Je nach Schmerzverteilung können bis zu acht weitere Stellen hinzukommen.

  5. Schritt 5

    Wiederholung alle zwölf Wochen.

    Die Wirkung ist vorübergehend, deshalb wird die Behandlung in der Regel alle zwölf Wochen wiederholt. Ihr Kopfschmerzkalender läuft dabei weiter.

  6. Schritt 6

    Gemeinsame Bewertung.

    Nach der dritten Behandlung prüfen wir anhand des Kalenders, ob die Migränetage um mindestens 30 Prozent zurückgegangen sind. Ist das nicht der Fall, wird die Behandlung in der Regel beendet.

Erwartungen

Was kann die Behandlung leisten – und was nicht?

Ziel der Behandlung ist, dass Kopfschmerz- und Migränetage seltener werden und Attacken weniger belasten. Heilen lässt sich die Migräne damit nicht, und nicht alle Menschen mit chronischer Migräne sprechen auf Botulinumtoxin an. Deshalb gehört die feste Bewertung nach drei Behandlungen von Anfang an zum Konzept.

  • Die Wirkung entwickelt sich über Wochen und kann sich auch erst nach der zweiten oder dritten Behandlung zeigen.

  • Medikamente für akute Attacken bleiben weiter nötig; mit dem Kalender behalten wir auch ihre Einnahme im Blick.

  • Wirkt die Behandlung, kann der Abstand nach etwa einem Jahr auf vier Monate verlängert werden. Nach einer längeren stabilen Phase versuchen wir eine Pause, um zu prüfen, ob die Behandlung noch nötig ist.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Nebenwirkungen betreffen vor allem die behandelten Muskeln und die Einstichstellen. Sie sind meist vorübergehend.

Häufigkeit Mögliche Nebenwirkungen

  • Häufig

    Nackenschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelschwäche oder -steifigkeit, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder eine vorübergehende Verstärkung der Migräne, ein hängendes Augenlid, eine Schwäche der Gesichtsmuskulatur, Juckreiz oder Hautausschlag

  • Gelegentlich

    Schluckbeschwerden, Kieferschmerzen

Treten nach der Behandlung Schluck-, Sprech- oder Atembeschwerden auf, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, bei Atemnot wählen Sie den Notruf 112.

Einordnung

Botulinumtoxin oder eine andere Vorbeugung?

Bei chronischer Migräne gibt es mehrere wirksame Wege der Vorbeugung: neben Botulinumtoxin bestimmte Medikamente in Tablettenform und Antikörper gegen den Botenstoff CGRP oder dessen Rezeptor. Eine Rangfolge für alle gibt es nicht. Welche Option zu Ihnen passt, klären wir gemeinsam, unter anderem anhand von:

  • den bisherigen Behandlungen und ihren Nebenwirkungen

  • Begleiterkrankungen, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Ihrer Lebensplanung, zum Beispiel einem Kinderwunsch

  • Ihren Vorlieben: Injektionen alle zwölf Wochen in der Praxis oder ein Medikament, das Sie selbst zu Hause anwenden

Nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Ausdauersport, ein regelmäßiger Tagesrhythmus und Entspannungsverfahren ergänzen jede dieser Behandlungen.

Kopfschmerzen und Migräne: Diagnose und Behandlung

Arzt

Wer führt die Behandlung durch?

Die Behandlung führt Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel durch, Facharzt für Neurologie. In seiner Zeit als Oberarzt an der Gülhane Militärmedizinischen Akademie in Ankara gehörten Kopfschmerzen und Migräne zu seinen klinischen Schwerpunkten. Die Anwendung von Botulinumtoxin hat er unter anderem in einem Fortbildungskurs zur Botulinumtoxin-Applikation vertieft; als Mitautor hat er zudem einen Fallbericht zur Behandlung einer Neuromyotonie (Isaacs-Syndrom) mit Botulinumtoxin veröffentlicht. Das Aufklärungsgespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.

Werdegang und Publikationen

Kosten

Was kostet die Behandlung mit Botulinumtoxin?

Kosten und Erstattung

  • Die Kosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen: den ärztlichen Leistungen und dem Medikament. Beratung, Untersuchung und Injektionen werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet; hinzu kommen die Kosten für das Medikament, dessen Bezug wir vor der ersten Behandlung mit Ihnen besprechen.

  • Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten die Kosten je nach Tarif beziehungsweise Beihilfevorschrift. Weil die Behandlung regelmäßig wiederholt wird, ist eine Kostenzusage Ihrer Versicherung vor Beginn sinnvoll.

  • Selbstzahler erhalten vorab eine schriftliche Information über die voraussichtlichen Kosten.

Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist in unserer Praxis nicht möglich.

Leistungen

Kopfschmerz, Migräne und Schwindel

Alle Leistungen

Kopf­schmerzen und Migräne

Wir bestimmen die Kopfschmerzform nach der internationalen Klassifikation, achten auf Warnzeichen und planen mit Ihrem Kopfschmerzkalender die Akutbehandlung und, wenn nötig, die Vorbeugung.

Schwindel und Gleichgewichts­störungen

Dauer, Auslöser und Begleitsymptome zeigen den Weg zur Ursache. Wir untersuchen Augenbewegungen, Gleichgewicht und Gang und planen die passende Behandlung, vom Lagerungsmanöver bis zum Gleichgewichtstraining.

Häufige Fragen zu Botulinumtoxin bei Migräne

Welcher Arzt spritzt Botulinumtoxin gegen Migräne?

Nach der Fachinformation gehören Diagnose und Behandlung der chronischen Migräne in neurologische Hände: Sie sollen durch Neurologinnen und Neurologen oder unter ihrer Aufsicht erfolgen. In unserer Praxis führt Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für Neurologie, die Behandlung selbst durch.

Wo wird bei Migräne gespritzt?

Nach dem PREEMPT-Schema an 31 festgelegten Stellen in sieben Muskelgruppen: an der Stirn einschließlich des Bereichs zwischen den Augenbrauen, an den Schläfen, am Hinterkopf, in der Nackenmuskulatur und im oberen Schulterbereich. Je nach Schmerzverteilung können bis zu acht weitere Stellen hinzukommen.

Wie schnell wirkt Botulinumtoxin bei chronischer Migräne?

Die Wirkung entwickelt sich über mehrere Wochen und kann sich auch erst nach der zweiten oder dritten Behandlung zeigen. Deshalb wird der Erfolg nicht nach der ersten Sitzung beurteilt, sondern nach der dritten, anhand Ihres Kopfschmerzkalenders.

Übernimmt die private Krankenversicherung die Kosten?

Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten medizinisch notwendige Behandlungen nach den Bedingungen Ihres Tarifs beziehungsweise der Beihilfevorschrift. Da die Behandlung alle zwölf Wochen wiederholt wird, empfehlen wir, vorab eine Kostenzusage einzuholen. Die dafür nötigen Angaben zu Diagnose und Behandlungsplan erhalten Sie von uns.

Hilft Botulinumtoxin auch bei Spannungskopfschmerz oder episodischer Migräne?

Nein. Für diese Kopfschmerzformen ist Botulinumtoxin nicht zugelassen, und eine Wirksamkeit ist nicht belegt. Für beide gibt es andere, gut untersuchte Behandlungen, die wir Ihnen gern erläutern.

Wie lange wird die Behandlung fortgesetzt?

So lange sie wirkt und Sie sie fortsetzen möchten. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr kann der Abstand zwischen den Behandlungen auf vier Monate verlängert werden. Nach einer längeren stabilen Phase wird eine Pause versucht, um zu prüfen, ob die Behandlung weiterhin nötig ist.

Termin zur Beratung über Botulinumtoxin

Sie leben mit chronischer Migräne und möchten wissen, ob Botulinumtoxin für Sie infrage kommt? Vereinbaren Sie einen Termin telefonisch oder per E-Mail, ohne Überweisung. Bringen Sie, wenn möglich, Ihren Kopfschmerzkalender und eine Übersicht über Ihre bisherigen Medikamente mit.

MY Neurologie – Privatpraxis für Neurologie
Niederfeldstraße 45, 68199 Mannheim
Telefon: 0621 817191

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. S1-Leitlinie, 2025. AWMF-Registernummer 030/057.
  2. Ruscheweyh R., Förderreuther S., Gaul C. et al.: Therapie der chronischen Migräne mit Botulinumneurotoxin A. Expertenempfehlung der DMKG. Der Nervenarzt, 2018.
  3. Fachinformation des zur Behandlung der chronischen Migräne zugelassenen Botulinumtoxin-Typ-A-Präparats.
  4. International Headache Society: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), Kapitel 1.3 Chronische Migräne.

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung. Ob eine Behandlung für Sie geeignet ist, wird individuell im persönlichen Gespräch beurteilt.

Medizinisch verantwortlich: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für NeurologieLetzte Aktualisierung: 28.09.2026