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Privatpraxis · ohne Überweisung Niederfeldstraße 45, 68199 Mannheim Termine nach Vereinbarung

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Multiple Sklerose (MS): Diagnose und Betreuung beim Neurologen in Mannheim

Privatpraxis von Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für Neurologie

Ob ein erster Verdacht, ein neuer Schub oder eine seit Jahren bekannte MS: Wir untersuchen Sie sorgfältig, ordnen Befunde wie MRT und Nervenwasser ein und begleiten Ihre Therapie mit regelmäßigen Verlaufskontrollen. Auch eine zweite Meinung zu Diagnose und Behandlung ist möglich. Für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler, ohne Überweisung.

  • seit2005

    in der Neurologie tätig, in der Türkei und in Deutschland

  • rund40

    Fachpublikationen, u. a. in Movement Disorders und Clinical Neurophysiology

  • 4

    Untersuchungs­verfahren direkt vor Ort: EEG, EMG, NLG und Ultraschall

  • 3

    Sprachen in der Sprechstunde: Deutsch, Englisch und Türkisch

Besprechung von MRT-Aufnahmen bei Multipler Sklerose in der Praxis MY Neurologie in Mannheim

Kurz erklärt

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, also von Gehirn, Rückenmark und Sehnerven. Das eigene Immunsystem greift dabei die Schutzhülle der Nervenfasern an, das Myelin. An verschiedenen Stellen entstehen Entzündungsherde, die je nach Lage sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen. MS beginnt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, Frauen sind häufiger betroffen.

Warum die Erkrankung entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Eine Rolle spielen erbliche Faktoren und Umwelteinflüsse, etwa eine frühere Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, Rauchen und ein Vitamin-D-Mangel. MS ist nicht ansteckend und keine Erbkrankheit im engeren Sinn.

Erste Anzeichen

Welche ersten Anzeichen kann MS haben?

Die Beschwerden entwickeln sich typischerweise über Stunden bis Tage und halten mindestens einen Tag an.

  • Sehstörung auf einem Auge

    verschwommenes Sehen, Farben wirken blass, oft mit Schmerzen bei Augenbewegungen (Sehnerventzündung, Optikusneuritis)

  • Gefühlsstörungen

    Taubheit, Kribbeln oder ein Gefühl „wie eingeschnürt“ an Armen, Beinen oder am Rumpf

  • Schwäche oder Steifigkeit

    ein Bein wird schwer, der Gang unsicher

  • Doppelbilder oder Schwindel

    durch Herde im Hirnstamm (Schwindel und Gleichgewichtsstörungen)

  • Elektrisierendes Gefühl

    ein Stromschlag den Rücken hinunter beim Vorbeugen des Kopfes

  • Blasenstörungen

    häufiger Harndrang oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen

  • Ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue)

    eine Müdigkeit, die sich durch Schlaf kaum bessert

Diese Beschwerden haben häufig andere Ursachen. Neu aufgetretene Seh- oder Gefühlsstörungen, die länger als einen Tag anhalten, sollten aber neurologisch abgeklärt werden. Plötzliche Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen innerhalb von Minuten können auf einen Schlaganfall hinweisen: Wählen Sie dann sofort den Notruf 112.

Schub

Was ist ein MS-Schub und was ist zu tun?

Als Schub bezeichnet man neue oder deutlich verstärkte Beschwerden durch eine aktive Entzündung im Nervensystem. Sie bilden sich danach ganz oder teilweise zurück, oft über Wochen.

Kriterium Bedeutung

  • mindestens 24 Stunden

    Die Beschwerden halten mindestens einen Tag an.

  • mindestens 30 Tage Abstand

    Zum Beginn des vorigen Schubs liegen mindestens 30 Tage.

  • kein Fieber, kein Infekt

    Verschlechterungen bei Fieber, Infekt oder Hitze sind meist ein „Pseudoschub“.

Kurzfristige Verschlechterungen bei Wärme, etwa in der Sauna oder bei hohen Temperaturen, nennt man Uhthoff-Phänomen; sie verschwinden nach dem Abkühlen wieder und sind kein Schub. Halten neue Beschwerden länger als 24 Stunden an, melden Sie sich zeitnah in der Praxis. Ob und wie ein Schub behandelt wird, hängt davon ab, wie stark er Sie beeinträchtigt.

Verlaufsformen

Wie verläuft MS?

Verlaufsform Kennzeichen

  • Schubförmig-remittierende MS

    Die häufigste Form zu Beginn: Schübe, die sich ganz oder teilweise zurückbilden, mit stabilen Phasen dazwischen.

  • Sekundär progrediente MS

    Nach Jahren mit Schüben nehmen die Beschwerden bei manchen Menschen allmählich zu, mit oder ohne zusätzliche Schübe.

  • Primär progrediente MS

    Seltener: Die Beschwerden nehmen von Beginn an schleichend zu, oft als zunehmende Gangstörung.

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und lässt sich bei der Diagnose nicht sicher vorhersagen. Wichtig ist deshalb, ob die Erkrankung aktiv ist, also ob Schübe oder neue Herde im MRT auftreten. Danach richtet sich die Behandlung.

Diagnose

Wie wird Multiple Sklerose diagnostiziert?

Einen einzelnen MS-Test gibt es nicht. Die Diagnose stellen Neurologen nach den international gültigen McDonald-Kriterien, die 2024 überarbeitet wurden: Es müssen typische Herde an mehreren Stellen des Nervensystems nachweisbar sein, und andere Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden.

  1. Schritt 1

    Gespräch.

    Welche Beschwerden, seit wann, gab es früher schon ähnliche Episoden, etwa eine vorübergehende Sehstörung oder Taubheit?

  2. Schritt 2

    Neurologische Untersuchung.

    Sehen, Augenbewegungen, Reflexe, Kraft, Gefühl, Koordination und Gang (Neurologische Untersuchung). Oft zeigen sich dabei Zeichen, die Ihnen selbst nicht aufgefallen sind.

  3. Schritt 3

    MRT von Kopf und Rückenmark.

    Die MRT mit Kontrastmittel zeigt Entzündungsherde und ob sie alt oder frisch sind. Wir veranlassen sie gezielt und besprechen die Bilder mit Ihnen.

  4. Schritt 4

    Nervenwasser und weitere Tests.

    Die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) auf oligoklonale Banden oder freie Kappa-Leichtketten zeigt, ob im Nervensystem selbst Antikörper gebildet werden. Visuell evozierte Potenziale prüfen die Leitung des Sehnervs. Blutuntersuchungen helfen, andere Ursachen auszuschließen.

  5. Schritt 5

    Befund und Plan.

    Wir erklären Ihnen, ob die Kriterien einer MS erfüllt sind, wie aktiv die Erkrankung ist und welche Behandlung infrage kommt. Ist das Bild noch unklar, vereinbaren wir Kontrollen.

Nicht jeder Herd im MRT bedeutet MS. Kleine Veränderungen der weißen Substanz kommen auch bei Migräne, Bluthochdruck, im Alter oder bei anderen Entzündungen vor. Erkrankungen, die einer MS ähneln können, aber eigenständig sind und anders behandelt werden, etwa die Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) oder die MOG-Antikörper-assoziierte Erkrankung (MOGAD), werden mit speziellen Bluttests abgegrenzt.

Behandlung

Wie wird MS behandelt?

MS ist bisher nicht heilbar, aber heute gut behandelbar. Die Behandlung hat drei Bausteine, die wir mit Ihnen individuell abstimmen.

Baustein Was dazugehört

Schubtherapie
Ein Schub, der deutlich beeinträchtigt, wird meist mit hochdosiertem Kortison über wenige Tage behandelt. Reicht das nicht aus, kommt in einer Klinik ein Blutwäscheverfahren infrage.
Verlaufsmodifizierende Therapie
Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, können Schübe und neue Herde verringern. Die Leitlinie empfiehlt, früh zu beginnen; welches Medikament passt, hängt von der Aktivität der Erkrankung, Ihrer Lebenssituation, einem Kinderwunsch und dem Nebenwirkungsprofil ab.
Symptomatische Therapie
Behandlung einzelner Beschwerden wie Fatigue, Spastik, Blasenstörungen, Schmerzen, Konzentrationsprobleme oder depressive Verstimmung, ergänzt durch Physio-, Ergo- oder Logotherapie.

Zur Therapiebegleitung gehören regelmäßige Untersuchungen, Kontrollen des MRT, meist einmal im Jahr, und je nach Medikament Blutwerte zur Sicherheit. Manche hochwirksamen Therapien erfordern Infusionen oder eine besondere Überwachung; dafür kann ein spezialisiertes MS-Zentrum sinnvoll sein, an das wir gezielt überweisen.

Betreuung

MS-Betreuung beim Neurologen in Mannheim

Für wen Was wir anbieten

  • Erster Verdacht

    Untersuchung, Einordnung der Beschwerden, gezielte Veranlassung von MRT und Labor, Befundbesprechung

  • Bekannte MS

    Regelmäßige Verlaufskontrollen, Begleitung der Therapie, Hilfe bei Nebenwirkungen und Beschwerden im Alltag

  • Zweite Meinung

    Durchsicht Ihrer Befunde und Bilder, Einschätzung von Diagnose und Therapie, Gespräch über Alternativen

Bringen Sie zum ersten Termin bitte Ihre MRT-Bilder auf CD oder als Link, die Befunde, Arztbriefe und Ihren Medikamentenplan mit.

Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für Neurologie in Mannheim, im Gespräch mit einer Patientin

Arzt

Ihr Arzt: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel

Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel ist Facharzt für Neurologie und seit 2005 neurologisch tätig, in der Türkei und in Deutschland. Zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten gehören als Mitautor Veröffentlichungen zu kognitiven Störungen bei Multipler Sklerose, zur Netzhaut bei MS im Kindesalter und zum Einsatz evozierter Potenziale bei der Lokalisation von Herden im Nervensystem. Das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.

Werdegang und Publikationen

Kosten

Was kostet die Betreuung in der Privatpraxis?

Kosten und Erstattung

  • Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), und zwar nach den Leistungen, die tatsächlich erbracht werden – etwa Beratung, Untersuchung und die Besprechung von Befunden. Einen Pauschalpreis gibt es deshalb nicht.

  • Veranlasste Untersuchungen wie MRT, Nervenwasser oder Labor rechnen die durchführenden Stellen gesondert ab; Medikamente werden über ein Privatrezept verordnet.

  • Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten die Kosten je nach Tarif beziehungsweise Beihilfevorschrift.

  • Selbstzahler erhalten vorab eine schriftliche Information über die voraussichtlichen Kosten.

Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich.

Leistungen

Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS)

Alle Leistungen

Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall sind eine gezielte neurologische Abklärung und eine langfristige Betreuung wichtig. Neben der Kontrolle und Behandlung von Risikofaktoren gehören regelmäßige neurologische Verlaufskontrollen dazu; je nach individuellem Risikoprofil kann eine jährliche Duplex-Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße sinnvoll sein. Mögliche Folgebeschwerden berücksichtigen wir bei jeder Verlaufskontrolle. Bei akuten Anzeichen eines Schlaganfalls wählen Sie sofort den Notruf 112.

Epilepsie

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Eine sorgfältige Anamnese und neurologische Untersuchung sind entscheidend für eine gezielte Diagnostik und Therapie. Je nach Krankheitsverlauf sind regelmäßige EEG-Untersuchungen erforderlich, um die elektrische Aktivität des Gehirns zu beurteilen und die Therapie entsprechend anzupassen. Wir bieten individuelle Verlaufskontrollen und medikamentöse Therapiekonzepte.

Häufige Fragen zu Multipler Sklerose

Im MRT wurden Herde gefunden. Habe ich MS?

Nicht unbedingt. Kleine Herde in der weißen Substanz sind häufig und haben oft andere Ursachen, etwa Migräne, Bluthochdruck oder das Alter. Für eine MS sprechen typische Lage und Form der Herde zusammen mit passenden Beschwerden und Befunden. Lassen Sie den Befund neurologisch einordnen, bevor Sie sich Sorgen machen.

Wie erkenne ich einen MS-Schub?

Neue oder deutlich verstärkte Beschwerden, die mindestens 24 Stunden anhalten und nicht durch Fieber, einen Infekt oder Hitze erklärt sind, können ein Schub sein. Melden Sie sich dann zeitnah, damit wir gemeinsam entscheiden, ob eine Behandlung nötig ist.

Ist MS erblich?

MS ist keine klassische Erbkrankheit. Kinder und Geschwister von Menschen mit MS haben zwar ein etwas höheres Risiko als die Allgemeinbevölkerung, die allermeisten erkranken aber nicht.

Kann ich mit MS schwanger werden?

Ja. Eine Schwangerschaft ist mit MS in der Regel gut möglich. Weil manche Medikamente vorher umgestellt oder abgesetzt werden müssen, sprechen Sie einen Kinderwunsch möglichst früh an und ändern Sie nichts ohne Rücksprache.

Wie lange lebt man mit Multipler Sklerose?

Die Lebenserwartung von Menschen mit MS liegt im Durchschnitt einige Jahre unter der der Allgemeinbevölkerung; der Abstand ist in den letzten Jahrzehnten deutlich kleiner geworden. Wie stark die Erkrankung den Alltag beeinflusst, ist sehr unterschiedlich und lässt sich zu Beginn nicht sicher vorhersagen. Eine frühe Behandlung kann Schübe und neue Herde verringern.

Kann ich für die MS-Betreuung zu Ihnen wechseln?

Ja. Wir übernehmen die Verlaufskontrollen und die Begleitung Ihrer Therapie oder geben eine zweite Meinung. Bringen Sie dafür Ihre bisherigen MRT-Bilder, Befunde und Ihren Medikamentenplan mit.

Termin bei Verdacht auf MS oder zur Verlaufskontrolle

Vereinbaren Sie einen Termin telefonisch oder per E-Mail, eine Überweisung brauchen Sie nicht. Patientinnen und Patienten aus Mannheim und der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar sind willkommen. Das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.

MY Neurologie – Privatpraxis für Neurologie
Niederfeldstraße 45, 68199 Mannheim
Telefon: 0621 817191

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen und MOG-IgG-assoziierten Erkrankungen. S2k-Leitlinie, Fassung 2026. AWMF-Registernummer 030-050.
  2. Montalban X. et al.: Diagnosis of multiple sclerosis: 2024 revisions of the McDonald criteria. The Lancet Neurology, 2025.
  3. Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), Bundesverband: Informationen für Betroffene.

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung. Ob eine Behandlung für Sie geeignet ist, wird individuell im persönlichen Gespräch beurteilt.

Medizinisch verantwortlich: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für NeurologieLetzte Aktualisierung: